Einsatz im Gleisbereich-Die Praxis

Was im März in der Theorie gelehrt wurde, konnte am 16.5.2012 in einer Praxisübung am BHF Gmunden umgesetzt werden. Unter der Leitung der Kameraden Max Hindinger, Andreas Hummer und Christoph Buttinger - allesamt ÖBB Mitarbeiter - wurde in verschiedenen Gruppen auf die Gefahren in diesem Bereich hingewiesen.

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Egal ob vollbesetzter Personenzug oder Güterzug, Einsätze im Gleisbereich stellen immer eine besondere Herausforderung für Einsatzkräfte und Hilfsorganisationen dar. Gerade hier gibt es auf Gefahren zu achten und jede Person die sich im Gleisbereich befindet, muß bereits im Vorfeld an etwaige Gefahrensituationen denken und diese beachten.

Einsatz im Gleisbereich war das Thema der Winterschulung am 2.3.2012. Unser Kamerad Max Hindinger, ÖBB Bediensteter, stellte einen interessanten Vortrag zusammen.

In unserem Einsatzbereich der Salzkammergutbahnstrecke, werden wir wohl kaum einen Railjet mit bis zu 1000 Passagieren oder einen mit Gefahrengut beladenen Zug der rollenden Landstrasse zu sehen bekommen. Nichts desto trotz gibt es Personenzüge oder Güterzüge, die im Minutentakt die Strecke befahren.

Welche Gefahren können uns im Gleisbereich begegnen?

Zu allererst natürlich der Strom. 15000 Volt befinden sich in der Oberleitung, mit einer Hertz-Zahl von 16 2/3; für den Menschen absolutz tödlich, denn in diesem Bereich bleibt der Körper an der Leitung „kleben“. Im normalen 50 Hertz Betrieb bekommt man einen Stromschlag und wird weggeschleudert.

Eine weitere Gefahr stellt der Fahrbetrieb dar, Züge fahren nicht wie PKW auf Sicht, daher kann hinter jeder unübersichtlichen Stelle ein Zug auftauchen. Aufgrund der Geschwindigkeit und des Gewichts einer Garnitur ist der Bremsweg sehr lang. Zum Beispiel, ein Railjet mit 200 Km/h hat einen Bremsweg bis zu 2500m; 2,5 Km!!

Ein Einsatz im Schienenbereich und wenn es nur ein Baum ist, den es zu entfernen gilt, der Einsatzleiter der Feuerwehr muß immer im ständigen Dialoge mit dem Einsatzleiter der ÖBB stehen. Nur so kann man Gefahren einschätzen und erkennen. 

Merkpunkte der Schulung:

Der Einsatzbereich muß sicher sein – kein Fahrzeugbetrieb und freigeschaltete Oberleitung

Sogwirkung von vorbeifahrenden Zügen beachten, speziell in Tunnels und zwischen Lärmschutzwänden

Im Weichenbereich – Quetschgefahr

Auch in den Waggons gibt es Stromquellen, Batterien mit 110 Volt und zwischen den Kupplungen 1000 Volt

Immer 3m Abstand zu der Oberleitung einhalten

Vergiftungsgefahr bei Kühlmittel von Klimaanlagen und Kühlwaggons

Druckluft, bis zu 10 bar, in den Leitungen der Waggons

Quetschgefahr zwischen den Puffern

Niemals unter Waggons hindurch kriechen

Verunfallte Züge mit Hemmschuhen sichern, diese befinden sich im Bahnhofsbereich oder beim Lokführer

Züge die Gefahrengut geladen haben, sind wie LKW gekennzeichnet

Bremswege beachten

Züge nähern sich leise, besonders bei Schneelage ist ein herannähernder Zug kaum zu hören

Wie kann ein kommender Zug gestoppt werden: Mit einer roten Tafel oder nachts mit einer roten Lampe mit den Armen kreisförmige Bewegungen, geben dem Triebwagenführer das Notsignal.

 Wie im „normalen“ Einsatz, ist auch hier die GAMS-Regel strikt zu beachten:

Gefahr erkennen

Absichern und Absperren

Menschen retten

Spezialkräfte anfordern

 
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